Jan 23.10.2019, 22:42

Debian auf ACER H340

Als Ersatz für ein Synology-NAS habe ich mir einen gebrauchten Acer H340 gekauft.

Die Hardware ist ideal für ein NAS:

Als Betriebssystem ist eigentlich Windows Home Server vorgesehen, allerdings lässt sich auch Debian installieren.

Manko: Microsoft hat vorgeschrieben, dass die Geräte, auf denen de WHS läuft, keinen Monitoranschluss haben dürfen - danke, Microsoft. Man kann sich zwar mit etwas Bastelei eine Grafikkarte in das System basteln, aber die Installation von Debian GNU/Linux geht auch ohne.

Zuerst habe ich die leere Boot-Festplatte per e-sata an meinen PC angeschlossen und ein virtuelles Laufwerk für VirtualBox erzeugt. Das geht nur per Kommandozeile:

VBoxManage internalcommands createrawvmdk -filename sdd.vmdk -rawdisk /dev/sdd

Dafür muss der Benutzer in der Gruppe disk sein. Anschließend wird diese Datei als Laufwerk für eine neue virtuelle Maschine verwendet. In dieser kann dann Debian installiert werden, z.B. mit dem netinst.iso.

Damit Debian auf dem H340 auch bootet, müssen die alten Netzwerkinterface-Namen ("eth0" usw.) verwendet werden, das geht über die GRUB-Konfiguration in der Datei /etc/default/grub. Anschließend ist noch ein update-grub notwendig.

[....]
GRUB_CMDLINE_LINUX="net.ifnames=0 biosdevname=0"
[...]

Anschließend wird die Platte in den untersten Schacht eingesetzt und das Gerät sollte booten.

Da das NAS mit üppigen 2 GB Hauptspeicher ausgestattet ist, kann man sogar diverse Server und eine Docker-Maschine installieren.

Einen Vermutstropfen gibt es dann doch: Die etwas ältere CPU unterstützt nicht den AES-NI-Befehlssatz, dementsprechend kann bei Dateiübertragungen über SSH nicht die volle Bandbreite eines Gigabit-LAN ausgenutzt werden.