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22.09.2016, 23:53

Whatsaus

Whatsapp hat über 1 Milliarde Benutzer - das ist mehr als 1/8 der Weltbevölkerung - und ist damit mit Abstand die meistverbreiteste Messenger-App.

Whatsapp hat jeder und damit wird es zum Problem, denn Whatsapp beherbergt einen großen Datenschatz: Die Beziehungen zwischen Menschen.

Die Android-App kann lesend und schreiben auf alle Kontakte im Smartphone zugreifen und tut dies auch. Bei der Installation wird das gesamte Addressbuch zum Whatsapp-Server geschickt, um dort zu schauen, wer davon noch alles bei Whatsapp angemeldet ist, um diese Kontakte dann in der Kontakteliste anzuzeigen. Die Verknüpfung der Kontakte untereinander findet über die Telefonnummer statt.

Ist das ganze legal? Um diese Frage zu beantworten muss man sich einfach mal überlegen, welche Daten dort hochgeladen werden. Bei der Installation stimmt man dem Zugriff auf die eigenen Kontakte zu, man kann dies nicht ablehnen. Aber ist das so einfach? Telefonnummern sind personenbezogene Daten. Das Bereitstellen der eigenen Telefonnummer fiele noch in die eigenen Verwantwortung, aber man lässt dabei auch zu, dass Daten von anderen Menschen zum Whatsappserver geschickt werden. Das darf man aber nur, wenn von diesen Menschen eine Erlaubnis vorliegt.

Whatsapp hat dies in seine neuen Nutzungsbedingungen auch klargestellt: "Du stellst uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung. Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können."

Wer also nicht von ausnahmslos allen seinen Kontakten die Erlaubsnis dafür hat, darf Whatsapp also garnicht erst installieren.

Vor 2 Jahren wurde Whatsapp von Facebook gekauft, für 13 Milliarden €. Facebook möchte nun auch an diese Kontaktbeziehungen heran. Doch welche Daten sendet Whatsapp an Facebook? Auf jeden Fall die eigene Telefonnummer. Aber was ist mit anderen Daten, z.B. dem Adressbuch?

Whatsapp schreibt "Als Teil der Facebook-Unternehmensgruppe erhält WhatsApp Informationen von den Unternehmen dieser Unternehmensgruppe und teilt Informationen mit ihnen." - Welche Informationen sind das? "Facebook und die anderen Unternehmen in der Facebook-Unternehmensgruppe können Informationen von uns auch verwenden, um ... Vorschläge zu unterbreiten (beispielsweise Freunde oder Verbindungen ...)" Um diese Verbindungen zu erkennen, braucht Facebook natürlich das Adressbuch. Auch die Verbraucherzentrale und Wikipedia schreiben, dass auch das Adressbuch per Whatsapp-App zu Facebook geschickt wird.

Es gibt Leute, die möchten weder etwas mit Whatsapp und Facebook zu tun haben, stehen aber in fremden Adressbüchern und landen über diesen Umweg doch in den Datenbanken dieser Dienste. Hier wäre unserer Politik und Gesetzgebung gefragt, diese Aushebelung des Datenschutzes zu verhindern.

Wer sich Whatsapp installiert muss sich also im Klaren sein, seine Freunde, Kollegen und Bekannte damit direkt an Facebook zu melden und damit gegen das Datenschutzgesetz zu verstoßen. Und das es sich einfach schon aus Anstand nicht gehört.

Ich lösche jetzt meinen Account. Das ist übrigens ganz einfach. Alternative Messenger gibt es reichlich, sogar welche, die sich bezüglich Verschlüsselung und Datenschutz richtig Gedanken gemacht haben, z.B. Threema.



11.05.2009, 22:00
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